Sehenswürdigkeiten in Jerasch
Die Sehenswürdigkeiten der antiken Stadt Gerasa sind zum Teil die typischen Bestandteile einer antiken Stadt, aber es gibt auch Bauten, die speziell aus der Geschichte der Stadt resultieren. Seit der Wiederentdeckung Gerasas durch den Oldenburger Archäologen Ulrich Jasper Seetzen im Jahr 1806 ist die Stadt von vielen Archäologen untersucht worden und deswegen sehr gut erschlossen.
Der Hadriansbogen
Der Hadriansbogen ist ein Triumphbogen, der 129 n.Chr. Zu Ehren des Besuchs durch Kaiser Hadrian errichtet wurde. Er liegt ein wenig außerhalb der Stadt und es wird vermutet, dass er ursprünglich sogar als Stadttor konzipiert wurde.
Das Hippodrom
Hinter dem Hadrainsbogen befindet sich das Hippodrom. Es hat zwar nicht die gewaltigen Ausmaße der Anlagen in Rom, aber bot immerhin für knapp 15 000 Zuschauer Platz. Die Anlage ist 244 Meter lang und 50 Meter breit. Aufgrund der anliegenden Pferde- und Kamelställe kann man sicher sagen, das es sich um eine Rennbahn handelt, während zunächst vermutet wurde, es würde sich um eine Naumachie (Anlage für Bootskämpfe) handeln.
Südtor und Stadtmauer
Auch der heutige Besucher betritt die Stadt durch das südliche Stadttor, das in seiner Form Ähnlichkeiten mit dem Hadriansbogen aufweist. Soweit man die Stadtmauer rekonstruieren kann, hatte sie eine Länge von 3500 Metern. Schon der deutsche Orientalist und Wiederentdecker Gerasas Ulrich Jasper Seetzen fand nur noch Reste von ihr vor und schätzte, 'ihren ganzen weiten Umfang, der eine dreiviertel bis eine ganze Stunde betragen haben dürfte'. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Stadtmauer nur dem Prunk diente und keine verteidigende Funktion hatte. Man nimmt an, dass sie noch unter der Herrschaft der Römer verfiel.
Das Ovale Forum
Gleich hinter dem Südtor empfing den antiken Reisenden, genau wie den heutigen Besucher das Ovale Forum, das einen der eindrucksvollsten Plätze darstellt, die aus der Antike erhalten geblieben sind. Auf diesem Platz muss sich der Hauptteil des Lebens in der antiken Stadt Gerasa abgespielt haben. Beeindruckend ist, dass durch einen bis zu acht Meter hohen Unterbau, eine natürliche Unebenheit des Platzes ausgeglichen wurde.
Der Zeus-Tempel
Der Zeus-Tempel muss bereits in der griechischen Zeit entstanden und später von den Römern kaum verändert worden sein. Er befindet sich westlich des Südtors und erhob sich in einem Ringkranz aus korinthischen Säulen. Dieser Ring befand sich auf einem Podium, das die Ausmaße 41 mal 28 Meter hatte.
Das Südtheater
Geht man weiter westlich kommt man zum Südtheater. Es gilt neben dem Artemis-Tempel als das attraktivste Bauwerk der antiken Stadt. Seine teilweise bereits durchnummerierten Sitzreihen hatten ein Fassungsvermögen von knapp 5000 Zuschauern. Das Theater war so gebaut, dass es nach Norden ausgerichtet war, wodurch das Publikum nie gegen die Sonne schauen musste. Für heutige Besucher ist vor allem der schöne Ausblick von der obersten Sitzreihe den Aufstieg wert.
Der Tempel der Artemis
Die griechische Göttin der Jagd war die Schutzgöttin Gerasas und ihr Tempel das größte und aufwendigste Gebäude der Stadt. Der Tempel stand auf Podium von 40 Meter Länge und 23 Meter Breite und enthielt ursprünglich 32 Säulen. Von diesen Säulen sind heute noch elf Stück erhalten, die oftmals Verwendung als Wahrzeichen Jeraschs finden. Ab dem 5. Jh. n. Chr. verlor der Artemiskult an Bedeutung und der Tempel wurde rückgebaut, um andere Gebäude zu errichten. Im Jahr 1121 fand ein erneuter Umbau zur improvisierten Festung statt.
Weitere Sehenswürdigkeiten der Anlage sind das Nordtheater, das Tetrapylon, das Nymphäum, das Macellum und der Drei-Kirchen-Komplex.

Wadi Rum
Wer den Film “Lawrence von Arabien” gesehen hat, wird zweifelsohne einen Abstecher ins Wadi Rum machen wollen, aber auch wenn man die Abenteuer des T.E. Lawrence nicht gesehen hat und auch sein Buch “Die Sieben Säulen der Weisheit” nicht kennt, wird man sich leicht von der traumhaften Landschaften verzaubern lassen.

