Die interessantesten Baudenkmäler
Der Siq

Hat man die Pforten des Besucherzentrums passiert, gelangt man mittels einer kurzen Wanderung an den Eingang des Siqs, an dessen Rand man noch erkennen kann, wie er zu seiner Bezeichnung gekommen ist. Der Siq ist ein enger steiler Canyon und sein Name leitet sich von seiner ehemaligen Funktion als Bewässerungskanal ab. Die Nabatäer bauten ein Aquädukt in die steile Schlucht, welches zur Wasserversorgung Petras beitrug. Heute kann man noch immer die Rinne erkennen, durch welche das kostbare Nass damals floss. Der Canyon allein ist schon spektakulär und seine steilen Wände ragen bis zu zweihundert Meter in die Höhe. Bei einer minimalen Breite von drei Metern versteht man gut, welchen Beitrag er zur Verteidigung der Stadt leistete. Alle Karawanen, die in Petra Station machten mussten ihn zunächst passieren, so wie es heute zahlreiche Touristen machen, in freudiger Erwartung auf die letzte Kurve, die ihnen den Blick auf das erste Monument der alten Handelsstadt freigibt.
Das "Schatzhaus"

Kurz vor dem Ende des Canyons kommt man an die Stelle, die jeder Reisende mit Jordanien verbindet. Durch das Profil der Schlucht leuchtet das Markenzeichen Petras, das sogenannte Schatzhaus. Hat man den Canyon endgültig passiert, erreicht man einen von Felswänden umrahmten Platz, der von dem weltberühmten Bauwerk dominiert wird. Seinen Namen hat das knapp 40 Meter hohe und 25 Meter breite Schatzhaus den Beduinen zu verdanken, die Petra nach dem Weggang der Nabatäer besiedelten. In Wahrheit diente der Bau als Grabmal, wie auch die meisten anderen imposanten Monumente, die man in Petra findet. Es ist im hellenistischen Stil erbaut, wie die Verwendung korinthischer Säulen unschwer erkennen lässt und wurde zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Da die Aufzeichnungen der Nabatäer sehr dürftig sind, wird das Alter der Bauten von verschiedenen Archäologen unterschiedlich angenommen. Gerade dieser Mangel an Quellen macht für viele Besucher einen weiteren Reiz aus, da sich viele Umstände der damaligen Handelsmetropole bis heute in Rätsel hüllen. Ist im Zusammenhang mit Petra von der Hollywoodproduktion Indiana Jones letzter Kreuzzug die Rede, so bezieht sich dies auf die Kulisse, welche das Schatzhaus bietet. Diese wurde von Regisseur Steven Spielberg verwendet, um das Finale des Films eindrucksvoll zu inszenieren.
Das Römische Theater
Rechterhand vom Schatzaus setzt das Tal seinen Lauf fort und wird breiter. Die Wände sind gesäumt von baulichen Spuren der Nabatäer, die sich darauf verstanden in den Sandstein beeindruckende Fassaden hineinzuarbeiten. Viele der Bauwerke sind begehbar, da sich hinter den Pforten der Fassaden zumeist riesige Räume befinden, die als Felsgräber konzipierten wurden. Ein paar Minuten Wanderung vom Schatzhaus aus erkennt man bereits, dass auf der linken Seite des Weges ein gewaltiges Theater in den Fels geschlagen wurde. Lange Zeit war es verschüttet und begraben von Ablagerungen, bis es 1961 entdeckt und freigelegt wurde. Es ist ein beeindruckendes Monument und Symbol dafür, wie die Nabatäer sich die natürlichen Umstände zu eigen machten. Mit einem Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern ist es nur ein wenig kleiner als sein Pendant in Amman.
Die Königswand

Unmittelbar auf Höhe des Römischen Theaters beginnt auf der rechten Talseite die sogenannte „Königswand“. Ihr Name geht darauf zurück, dass sie eine Aneinanderreihung von Königsgräbern darstellt. Die 13 nebeneinander in den Fels geschlagenen Bauwerke variieren in ihren Baustilen und lassen sich über kleine Aufstiege gut erreichen. Folgt man der Wand bis an ihr Ende, gelangt man an eine Treppe, über welche man auf das Massiv der Königswand gelangt und dafür mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt wird.
Tempelanlagen und Stadtzentrum
Zu Füssen der Königswand breitet sich eine Ebene aus, auf der sich zu Zeiten der Nabatäer das Stadtzentrum befunden haben muss. Heute findet man hier noch eine gerade Straße, deren Pflaster erhalten geblieben ist. Da die Straße von Säulen gesäumt war, deren Reste erhalten geblieben sind, sowie aufgrund ihrer Lage und Größe, geht man davon aus, dass es sich bei der Straße um die ehemalig Hauptverkehrsader Petras handelt. Auf der einen Seite der Straße sind die Reste einer imposanten Tempelanlage zu besichtigen, während auf der anderen ein Palast gestanden haben muss. Da die Gebäude, die auf der Ebene gestanden haben die Jahrtausende nicht so gut überdauert haben, wie die in Fels geschlagenen Grabanlagen, sind Archäologen bezüglich ihrer Geschichte auf Ausgrabungen angewiesen, die in diesem Bereich der Stadt nach wie vor umfangreich vorgenommen werden. Hat man das Ende der Straße erreicht, kann man sich eine kleine Pause gönnen. An dieser Stelle befinden sich mehrere Restaurants, die dem Besucher die Möglichkeit bieten, sich im Schatten zu stärken.
Der Grabtempel ed-Deir

Ist man frisch gestärkt, empfiehlt es sich dem Pfad am anderen Ende der Restaurants zu folgen und sich an den Aufstieg zum Grabtempel ed-Deir zu machen. Der Aufstieg ist ein felsiger Wanderpfad, der sich in Serpentinen bis zu einer kleinen Hochebene windet. Ungefähr auf halber Strecke des Weges, der durch spektakuläre Blicke ins Tal bezaubert, kann man eine kleine Anlage besichtigen und zur Rast nutzen. Das Löwen Triklinium hat einen eigenen Charme, da es versteckt gelegen ist und der Fels an dieser Stelle eine besonders reizvolle Färbung hat. Ist man letztendlich am Ende des Aufstiegs angekommen wartet ein sensationelles Highlight auf den Wanderer. Der ed-Deir Grabtempel könnte glatt als großer Bruder des Schatzhauses durchgehen, da er mit 40 Metern Höhe und 47 Metern Breite um einiges größer ist. Verstärkt wird der majestätische Eindruck durch die Lage des Bauwerks auf einer Hochebene, von welcher man das bergige Umland eindrucksvoll überblicken kann. Der Name ed-Deir steht im Arabischen für Kloster, da sich im Mittelalter Mönche in der Anlage angesiedelt hatten.

Totes Meer
Jeder Besucher des Tote Meeres wird darauf achten eine Zeitung dabei zu haben, bevor in die Fluten steigt. Das obligatorische Foto gehört einfach dazu. Seien Sie sich aber bewusst, dass dies bald vorbei sein könnte, da das Tote Meer allmählich verschwindet. in den letzten 30 Jahren nahm die Fläche des Gewässer um ein Drittel ab, weshalb man nicht mehr zu lange warten sollte!

